Büren - Ringelstein, 07.02.2015, von Johannes Büttner

Wenn Helfer Hilfe brauchen - Einsatznachsorgeteam des THW übt in Ringelstein

Bild: THW / Berenike Waubert de Puiseau

Wer helfen will, muss im Notfall sicher sein, was zu tun ist. Das gilt auch für 15 Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich um die psychologische Unterstützung der THW-Helfer während und nach einem Einsatz kümmern. Sie kamen am Samstag zu einer landesweiten Einsatzübung nach Ringelstein. 

»Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks werden dazu ausgebildet, schwierige und belastende Einsatzsituationen zu bewältigen«, sagt Paul Müller-Lindloff, Referent beim Landesverband Nordrhein-Westfalen.

»Allerdings kann es passieren, dass der einsatzbezogene Stress die natürliche Verarbeitungsfähigkeit übersteigt.« In diesem Fall können jetzt THW-eigene Einsatznachsorgeteams (kurz: ENT) angefordert werden, die die Helfer kurzfristig und unkompliziert unterstützen. Die meisten von ihnen sind THW-Kollegen, die über viel Einsatz- und Lebenserfahrung verfügen. Einige sind im Hauptberuf Psychologen, Ärzte oder Theologen. Alle haben gemeinsam eine spezielle Ausbildung für ihre Arbeit im ENT erhalten.

Bei der Übung am Samstag, die erstmalig für das Einsatznachsorgeteam des Landesverbands stattfand, sollten die Mitarbeiter zeigen, wie sie sich in einer großen Schadenslage in die THW -Struktur integrieren und zuverlässig psychosoziale Unterstützung anbieten.

»Die Hauptarbeit der Helfer besteht in der Primärprävention und in der Nachsorge, wenn ein belastender Einsatz bereits abgeschlossen ist«, erläutert Berenike Waubert de Puisau, Diplom-Psychologin und Leiterin der ENT-Westfalen. Primärprävention, das sind die Schulungen, die die THW-Helfer erhalten, bevor sie überhaupt in den Einsatz gehen. Schon in der Grundausbildung ist Einsatzstress ein wichtiges Thema. In der Einsatznachsorge soll mit Gesprächen an einem neutralen Ort sichergestellt werden, dass jeder seinen Abschluss mit dem Erlebten finden kann.

Bei der Übung in Ringelstein wurden die Mitarbeiter der ENT zu einer fiktiven Einsatzstelle gerufen. Angenommen wurde, dass auf der Strecke der Almetalbahn ein Zug verunglückt war. Nachdem Feuerwehr und Rettungsdienst mit Hilfe des DRK die Verletzten versorgt und abtransportiert hatten, war es die Aufgabe des THW, Leichen aus dem Zug zu bergen.

Beteilig waren neben den Mitgliedern von Einsatznachsorgeteams aus ganz NRW auch ehrenamtliche Helfer der Ortsverbände Büren, Brilon, Arnsberg sowie Mitarbeiter der Geschäftsstelle Arnsberg, des THW-Landesverbandes und ehrenamtliche Helfer des DRK aus Marsberg.

Um das Szenario noch realistischer zu gestalten, war es zunächst beabsichtigt, Schienenfahrzeuge der Almetalbahn mit einzubeziehen. Das war aber aus technischen Gründen nicht möglich.


  • Bild: THW / Berenike Waubert de Puiseau

  • An einem neutralen Ort, wie hier in einem Einsatzfahrzeug, können jetzt THW-Mitarbeiter nach einem schwierigen Einsatz psychologische Unterstützung von qualifizierten Mitarbeitern des Einsatznachsorgeteams erhalten. Diplom-Psychologin Dr. Alexandra Dittmann-Balcar, hier mit dem Referenten des THW-Landesverbandes Paul Müller-Lindloff, steht für Gespräche bereit. Foto: Büttner

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